Meniskusriss

Meniskus laesion

Die Menisken sind Strukturen aus Faserknorpel, die als „Puffer“ zwischen Ober- und Unterschenkelknochen im Kniegelenk liegen. Durch die „Stossdämpferfunktion“ des Innen- und Aussenmeniskus und die Vergrösserung der Kontaktfläche im Kniegelenk werden auftretenden Kräfte verteilt und der Knorpel vor Überlastung geschont. Zudem unterstützen die Menisken die Kreuzbänder in deren Funktion als Rotationsstabilisatoren. Läsionen des Innenmeniskus sind häufiger als Risse im Aussenmeniskus, da diese mobiler im Kniegelenk verankert sind und somit den Rotationsbewegungen zwischen Ober- und Unterschenkel besser folgen können.

INNEN- und AUSSEnmeniskus

Bei den Meniskusverletzungen werden zwei Gruppen unterschieden:

- Degenerative Läsionen, die bedingt sind durch abnehmende Durchblutung und andauernde Belastung und solche, bei denen Meniskusrisse als Folge von Bandinstabilitäten auftreten. In diesen Fällen sind die Symptome mal mehr oder mal weniger stark ausgeprägt, so dass nicht in jedem Fall eine Operation notwendig wird.

- Unfallbedingten Verletzungen  sind hingegen meist schmerzhaft und können dazu führen, dass das Gelenk blockiert. In den meisten Fällen wird eine arthroskopischen Versorgung notwendig.

Grundsätzlich sollte immer versucht werden, zum Beispiel durch eine Meniskusnaht soviel Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten. Bei jungen Patienten mit nahezu vollständigem Verlust eines Meniskus, bei ansonsten intakten Knorpelbelägen, besteht zudem die Möglichkeit den Meniskus zu ersetzen.

Aber auch eine Teilentfernung des Innenmeniskus ist eine Operation, die zu einer schnellen Beschwerdelinderung und nicht zwangsläufig zu einem sofortigen Knorpelverschleiss führt.

Meniskus laesion

Meniskus-Behandlungen

Meniskusteilentfernung

Ist die Struktur des gerissenen Meniskus so aufgefasert, dass eine Meniskusnaht nicht mehr in Frage kommt, wird der verletzte Teil des Meniskus entfernt. In den häufigsten Fällen betrifft dies den hinteren Anteil des Innenmeniskus, seltener den eher folgeschwereren Aussenmeniskus, bei dem nach Entfernung grössere Gelenkkräfte auftreten.

Hierbei gilt, dass nur so viel Meniskusgewebe entfernt werden sollte, wie unbedingt notwendig ist. Eine Meniskusteilentfernung wird arthroskopisch durchgeführt. Für die Meniskusteilentfernung werden arthroskopische Spezialscheren, -stanzen und -schleifer verwendet.

Nach einer Teilentfernung ist das Kniegelenk für einige Tage zu schonen (ggf. an Krücken), damit sich das Gelenk von der Operation erholen kann, ohne dass eine Entzündung auftritt. Ein spezifisches physiotherapeutisches Training kann nach der operativen Intervention dem Heilverlauf zuträglich sein.

Meniskusersatz

Während der Verlust des gesamten Meniskus früher gang und gebe und auf ein radikales operatives Vorgehen zurück zu führen war, ist der Grund heute eher in einem nicht zu erhaltenden Meniskus aufgrund zu schwerer Meniskusverletzung zu suchen.
 Ab und an muss ein gerissener Meniskus auch entfernt werden, wenn er zu lange nicht behandelt wurde und eine Naht daher nicht mehr möglich war.

Viele dieser Fälle finden sich bei sportlich äusserst aktiven Patienten und so ist es nicht verwunderlich, dass der komplette Meniskusverlust auch heutzutage eher jüngere Patienten trifft, die aber noch keinen Knorpelschaden aufweisen. Sie erlangen durch die komplette Meniskusentfernung zwar rasch eine schmerzfreie Kniefunktion wieder, es ist jedoch nachgewiesen, dass es nach Meniskusverlust zu einem deutlich erhöhten Risiko zur Entwicklung von Belastungsschmerzen und einem Knorpelverlust kommt.

Für diese Patienten bietet sich zum Vermeiden einer Arthrose das Einsetzen eines Meniskusersatzes an.
 Dieser Ersatz wird in einem arthroskopischen Eingriff in das Kniegelenk des Patienten eingebracht und mit Nähten an die umliegende Kapsel fixiert. Es stehen Kunstmenisken und der Meniskusallograft zur Verfügung.

Nach der Operation wird die Belastung und Beweglichkeit schrittweise erhöht. Mit Bewegungslimiten und einem umfangreiches Rehabilitationsprogramm sollte die freie Beweglichkeit und Belastung nach 3 Monaten und eine sportliche Belastung nach 6 Monaten wieder möglich sein.

Meniskusnaht

Grundsätzlich versuchen wir, den Meniskus wegen seiner Funktion zu erhalten und damit jeden Riss wenn möglich zu nähen. Der Erfolg einer Naht hängt dabei von der Konsistenz des Meniskus und von der Lokalisation sowie der Rissform ab.

Mit Hilfe einer Magnetresonanzuntersuchung kann schon vor der Operation eine Prognose abgeben werden, ob eine Naht erfolgreich sein wird. Zur Naht verwenden wir verschiedene Techniken, die individuell auf die Verletzung abgestimmt sind. Wir bevorzugen es, die hinteren Anteile des Meniskus mit Ankersystemen und Verletzungen im vorderen Anteil mit selbstauflösenden Nähten an die Kapsel zu fixieren.

Nach einer Meniskusnaht muss das Kniegelenk deutlich mehr geschont werden als nach einer Teilentfernung. Die Entlastung an Unterarmgehstützen muss für 4 - 6 Wochen eingehalten werden, zudem muss für eine gesicherte Heilung  die Beweglichkeit für ingesamt 6 Wochen limitiert werden. Dazu verordnen wir in der Regel eine Schiene, um diese Einschränkung besser einhalten zu können.

Meniskuslaesion Naht
Meniskuslaesion Naht

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