Hüftarthrose

Die Hüftgelenke sind als Verbindung von Rumpf und Beinen für unsere Mobilität im Alltag und beim Sport von enormer Bedeutung. Die Hüftarthrose ist eine der häufigsten Ursachen für Hüftbeschwerden und verursacht Schmerzen in der Hüfte, dem Oberschenkel ggf. Kniebereich sowie eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit. Bei hartnäckigen Hüftbeschwerden ist eine spezialärztliche Abklärung sinnvoll. Nicht-operative Massnahmen können v.a. bei geringerer Hüftarthrose helfen. Bei fortgeschrittener schmerzhafter Hüftarthrose ist die moderne gewebsschonend eingebrachte Hüfttotalprothese eine sichere und überaus erfolgreiche Behandlung.

Die Hüftarthrose – eine häufige Ursache für Hüftschmerzen

Die Hüftarthrose – die Abnutzung des Hüftgelenkes - ist eine der häufigsten Ursachen für Hüftbeschwerden. Der glatte Knorpelbelag dünnt aus und fehlt im fortgeschrittenen Stadium vollständig. In unserer zunehmend älteren und sportlich aktiven Bevölkerung hat sich die Hüftarthrose zu einer regelrechten “Volkskrankheit” entwickelt.

Was sind die Ursachen für die Hüftarthrose?

Unser Verständnis betreffend Entstehung der Hüftarthrose hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm erweitert. Früher wurde meist eine schicksalhafte Abnutzung ohne erkennbaren Ursachen angenommen. Heute wissen wir, dass meist angeborene oder erworbene Abweichungen der normalen Hüftgelenksform die Entwicklung einer Hüftarthrose begünstigen. Hauptursachen sind eine ungenügende knöcherne Überdachung der Hüftkugel durch die Hüftpfanne (die Hüftdysplasie) oder das Hüftimpingement - ein Einklemmen des Oberschenkelknochen nahe dem Hüftkopf mit dem knorpeligen Dichtungring (Labrum) der Hüftpfanne.

Wie äussert sich die Hüftarthrose?

Die Hüftarthrose verursacht typischerweise Schmerzen bei Drehbewegungen oder Belastung des betroffenen Beines. Bei zunehmender Hüftarthrose kommt es meist zu einer Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes. Alltagsaktivitäten wie das Sockenanziehen werden mühsam. Die Schmerzen sind oft in der Hüftregion bzw. Leiste zu finden, können in den Oberschenkel ausstrahlen, aber auch nur im Kniegelenk auftreten. Daher muss bei Knieschmerzen auch an ein mögliches Hüftproblem gedacht werden.

Wie wird die Hüftarthrose nachgewiesen?

Die beschriebenen Beschwerden liefern wichtige Anhaltspunkte für eine mögliche Hüftarthrose. Der Spezialarzt untersucht das Gangbild, die Hüftfunktion aber auch die benachbarten Gelenken. Andere Schmerzursachen wie z.B. ein Rückenleiden oder eine Schmerzursache neben dem Hüftgelenk (z.B. eine schmerzhafte Muskel-Sehnenreizung) können ausgeschlossen werden. Röntgenbilder zeigen typische Arthrosezeichen wie die Gelenkspaltverschmälerung. Abhängig von der Hüftgelenksform gibt es verschiedene Arthrosemuster, so dass das Ausmass der Arthrose im Röntgenbild unterschätzt werden kann. Entsprechende Erfahrung des behandelnden Arztes mit Hüftproblemen ist notwendig. In ausgewählten Fällen sind Zusatzuntersuchungen wie die Magnetresonanztomographie (MRT) hilfreich, um eine beginnende Hüftarthrose oder anderen Probleme z.B. der hüftnahen Muskulatur abzuklären.

Wie behandelt man die Hüftarthrose?

Das Vermeiden von Stossbelastungen (z.B. beim Rennen) oder das Tragen bequemer Schuhe mit weicher Sohle können helfen. Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung, gegebenenfalls auch Knorpelaufbaupräparate kommen zum Einsatz. Physiotherapie kann die Hüftbeweglichkeit verbessern. Kortison- oder Schmiermittelspritzen ins Hüftgelenk können über einige Monate Linderung bringen.

Wenn diese Behandlungen nicht ausreichen, kommen operative Massnahmen in Frage. Bei beginnender Hüftarthrose können operative Veränderungen der ungünstigen Hüftgelenksform sinnvoll sein. Im Falle der Hüftdysplasie wird eine operative Verbesserung der Hüftkopfüberdachung angestrebt. Beim Hüftimpingement wird abhängig vom Problem Knochen weggeschliffen, um ein Einklemmen zu verhindern. Bei fortgeschrittener schmerzhafter Hüftarthrose ist der Hüftgelenkersatz (die Hüftprothese) eine überaus erfolgreiche Behandlung.

Was Sie über den Hüftgelenkersatz (Hüftprothese) wissen sollten

Die Hüftprothese ist eine etablierte und überaus erfolgreiche Operation, verlangt jedoch viel chirurgische Erfahrung und eine sorgfältige Operationstechnik. Die heute verwendeten Hüftprothesen sind sehr widerstandsfähig und sollten jahrzehntelang funktionieren. Moderne minimalinvasive Operationstechniken erlauben eine Schonung der Weichteile um die Hüfte, insbesondere der seitlichen Hüftmuskulatur, so dass schwere Muskelschäden und ein Hinken vermieden werden. Im Gelenkzentrum Zürich werden der minimalinvasive anteriore (vordere) und posteriore (hintere) Zugang verwendet. Die Nachbehandlung gestaltet sich in der Regel unkompliziert. Die meisten Patienten sind mit dem Behandlungsergebnis nach Hüftprothese sehr zufrieden.